Was wäre die bunte Jahreszeit ohne das charakteristische runde Gewächs? Eine der beliebtesten Sorten stammt ausgerechnet aus Japan. Wem sie ihren Namen zu verdanken hat und was man damit alles anstellen kann, erfahren Sie in unserem Artikel.

 

Herbst-Stimmung frisch vom Feld

Halloween in Japan

Bald ist Halloween – der Tag, an dem Kürbisse ein Gesicht bekommen. Überall duftet es nach Kürbissuppe, es wird wieder Kaffee mit entsprechendem Gewürz angeboten und auch als Dekoration sind die orangefarbenen Gewächse omnipräsent. Kein Wunder, denn wenn ein Lebensmittel leuchtet wie die Blätter im Herbst und dabei unfassbar gesund, lecker und vielseitig einsetzbar ist, dann ist es der Kürbis.

Wenig Kohlenhydrate und Fett, viel Nährwert und Vitamine: Ein Traum für alle, die gesund essen wollen. Aber Kürbis aus Hokkaido kann noch mehr. Er enthält wenig Kalorien – nur etwa 25 kcal pro 100 Gramm –, dafür aber umso mehr Vitamin B, C und E, Kalium, Eisen, Magnesium, Eiweiß und Folsäure. Kein Wunder, dass er zum Star von Low-Carb-Rezepten wird. Und er lässt sich monatelang lagern – angeschnitten zudem bis zu vier Tagen im Kühlschrank.

Das Aroma dieser Kürbisse ist ein weiterer Faktor für ihre Popularität. Im Vergleich zum Butternut-Kürbis, der bei uns ebenfalls beliebt ist, schmeckt Hokkaidokürbis nussig und erinnert eher an Kastanien. Was könnte herbstlicher sein? Das Fruchtfleisch ist mehlig und süß und sorgt dafür, dass es besonders oft in Suppe und Püree landet. Kürbissuppe aus Hokkaido etwa ist dicker, aromatischer und stärkt zuverlässig in der kalten Jahreszeit. Dass Hokkaidokürbis kleiner ist als andere Sorten, macht ihn außerdem zu einem beliebten Zierkürbis und zum Symbol für den Herbst mit seinen besonderen Feiertagen.

 

Hokkaido Kürbis Suppe - ein leckeres Rezept

Eine Kürbissuppe ist an windig, kalten Herbsttagen einfach ein Hochgenuss. Sie gelingt recht einfach und schmeckt fantastisch. Wer möchte kann dazu ein paar Brot Croûtons servieren.

Zutaten für 4 Portionen:

  • Ein Hokkaidokürbis (etwa 1000 g)
  • 1-2 Zwiebeln
  • 2 Karotten
  • 40g Butter
  • 1,25 Liter Wasser
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer
  • 100 ml Sahne
  • nach Bedarf etwas Petersilie

 

Den Kürbis gründlich waschen und den Stiel abschneiden. Halbieren Sie ihn dann und entfernen Sie die Kerne mit einem Löffel. Dann den Hokkaidokürbis grob schneiden, sodass sich gleichmäßige, etwa 3-4 cm große Stücke ergeben.

Geben Sie zuerst die gewürfelten Zwiebeln am Besten in einen Gusseisen-Topf und schmoren Sie diese in zerlassener Butter leicht an. Geben Sie dann die Kürbis-Stücke mit der Haut nach unten in den Topf und fügen Sie die Karotte hinzu. Das Wasser hinzufgeben und bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten garen lassen. Danach mit einem Mixer pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Am Ende die Sahne hinzugeben und nochmals kurz aufkochen lassen. Im Teller etwas Petersilie oder gegebenenfalls die Croûtons einstreuen. Guten Apetit!

 

Wie Japan das Fest der Kürbisse feiert

Halloween ist in Japan ein beliebtes Datum: Schon Monate im Voraus schmücken thematisch passende Dekorationen und Verkleidung, Snacks und Süßigkeiten die Regale in jedem Laden. Das ist übrigens nicht nur im Oktober so. Ob Valentinstag, Ostern oder Weihnachten: Saisonale Produkte kommen bei Japanern eben am besten an und das Feiern, zumindest in den Schaufenstern, hört niemals auf.

Dabei hat Japan keine religiöse Vorgeschichte für dieses Fest aller Heiligen – es wurde aus den USA übernommen und in der Kultur mit offenen Armen empfangen. Zu dieser Zeit im Jahr kann man schließlich dem Alltag entfliehen, sich kreativ verkleiden und wilde Partys feiern, die über den 31. Oktober hinausgehen.

„Süßes oder Saures“ wird dagegen nicht praktiziert. In Tokyos berühmtem Ausgehviertel Shibuya tummeln sich stattdessen am 31. Oktober seit Jahren verschiedenste Gestalten dicht an dicht auf der Straße. Gruselig muss es dabei nicht unbedingt zugehen: Auch Charaktere aus Popkultur und Politik, Tiere, klischeehafte Kostüme aufgepeppt mit einer Portion Horror und insbesondere Gruppen- oder Partnerverkleidungen sind hoch im Kurs und bieten ein einzigartiges Spektakel. Der Kürbis darf bei alldem natürlich nicht fehlen: Schließlich erhöhen die Feiertage im Herbst erheblich seine Nachfrage.

 

Überall lecker – eine Beere auf Weltreise

Hokkaidokürbis aus Japan

Obwohl er naheliegend scheint, ist der Kürbis kein Gemüse, sondern eine Beere.  Hokkaidokürbis wird zwar geerntet und gekocht wie Gemüse, es handelt es sich dabei aber tatsächlich um eine der größten Beerenarten der Welt.

Es wird vermutet, dass der Hokkaido-Kürbis eigentlich aus Südamerika stammt. Der erste Kürbis kam allerdings schon im 16. Jahrhundert aus Portugal nach Japan und betrat die Insel über den damals neu geöffneten Handelshafen Nagasaki. Erst drei Jahrhunderte später brachten Amerikaner die Sorte Hubbard nach Japan. Wie wurde diese dann zum Hokkaidokürbis? Dort, auf der nördlichen Insel, wurde der „Einwanderer“ zuerst zu einem Riesenkürbis gezüchtet. Die heute bestehende Sorte entstand aber in den 30er Jahren weiter westlich: In Kanazawa, Präfektur Ishikawa. Bei uns angekommen ist er schließlich erst in den 90ern.

Kabocha, wie er in Japan genannt wird, findet man dort heute in allerlei Formen. Dabei kann Kabocha sowohl Kürbis allgemein bedeuten oder auch für den grünen Verwandten des Hokkaido-Kürbisses stehen, der geschmacklich eher an Süßkartoffel erinnert. Aber nicht nur in Japan isst man das herbstliche Gewächs. Koreaner sind ebenso kreativ: Sie machen daraus Kürbis-Porridge, Latte und Gelee zum Dessert. Aus China kommen kleine frittierte Küchlein aus Kürbis, die mit rotem Bohnenmus gefüllt sind, und in Thailand dämpft man gern ganze Kürbisse mit Kokoscreme. Rezepte für Hokkaido-Kürbisse sind also zahlreich und können genauso einfach wie ausgefallen sein – was machen Japaner nun daraus?

 

Hokkaido-Kürbis kochen: Rezepte aus Japan

Als Snack oder Beilage ist gedünsteter Kürbis in kleinen Stücken (Nimono) in Japan besonders beliebt. Man kann ihn auch sehr gut für Tempura frittieren oder mit japanischem Panko-Mehl Kroketten daraus machen. Kürbis-Fans schätzen ihn auch in Curry und Ramen.

Die Zubereitung ist beim Hokkaido-Kürbis dabei sehr leicht: Man kann nämlich auch die Schale mitessen. Beim Kochen oder Backen wird diese weich und genießbar. Außerdem hat sie vom ganzen Kürbis die höchste Menge an Beta-Carotin, woraus wir Vitamin A bilden. Schonend zubereitet entfaltet er besonders gut seine wertvollen Inhaltsstoffe, daher greift so manches Rezept für Hokkaido-Kürbisse auf Ofen und Dampfgarer zurück.

Ideen für Rezepte mit Kürbis gibt es aber noch mehr: In Spalten schneiden und im Ofen rösten – schon bereichert er viele Gerichte. Sein püriertes Fruchtfleisch kann zu leckeren Saucen verarbeitet werden. Auch den ganzen Kürbis können Sie einfach im Ofen zubereiten – zum Beispiel mit einer leckeren Füllung aus Couscous oder Ragout. Eine Schale Kürbisbrei mit Hirse kann an einem kalten, regnerischen Tag perfekt wärmen. Man kann Hokkaidokürbis sogar roh essen: Einfach kleinraspeln und schon ergibt sich eine super Zutat für einen Salat. Aus Kürbis mit Kartoffel und Milch, etwas Zwiebeln und Brühe lässt sich im Handumdrehen eine leckere Creme-Suppe zaubern. Von Getränken wie Kürbis-Latte oder Tapioca („Bubble Tea“) ganz zu schweigen. Wenn Sie es jedoch richtig authentisch möchten, dann haben wir abgesehen von diesen Tipps noch ein Rezept aus Hokkaido für Sie.

 

Kabocha no nimono – Geschmorter Kürbis

Geschmorter Kürbis

Kürbissuppe kann jeder – aber haben Sie schonmal Hokkaido-Kürbis auf die japanische Art genossen? Ob als Beilage oder Zutat für den herbstlichen Salat oder Eintopf: Kleine Kürbisstücke sind einfach und schnell zubereitet und passen zu vielen Gerichten. Dabei wird er nicht im klassischen Sinn gekocht, sondern schonend geschmort.

Zutaten für 4 Portionen:

  • Ein Hokkaidokürbis (etwa 900 g)
  • 400 ml Gemüsebrühe (alternativ können Sie auch Dashi, japanische Fischbrühe nehmen)
  • 2 EL Sake
  • 2 EL Mirin
  • 2 EL Zucker
  • 1,5 EL Sojasauce
  • 1 TL Salz

 

Den Kürbis gründlich waschen und den Stiel abschneiden. Halbieren Sie ihn dann und entfernen Sie die Kerne mit einem Löffel. Dann den Hokkaidokürbis grob schneiden, sodass sich gleichmäßige, etwa 3-4 cm große Stücke ergeben.

Geben Sie die Kürbis-Stücke mit der Haut nach unten in einen Topf und fügen Sie Brühe, Sake, Mirin und Zucker hinzu. Der Hokkaidokürbis sollte zu etwa ¾ bedeckt sein. Kochen Sie sie das Ganze bei mittlerer Hitze auf und fügen danach auch die restlichen Rezept-Zutaten hinzu. Verringern Sie die Hitze und decken Sie den Topf mit einem Deckel zu, lassen dabei aber eine kleine Lücke, damit Dampf entweichen kann.

Lassen Sie das Ganze noch 20 Minuten köcheln, oder bis der Kürbis zart genug ist. Dann nehmen Sie den Topf vom Feuer und lassen das Kabocha no nimono abkühlen: Dieser Schritt ist wichtig, denn währenddessen nimmt der Hokkaidokürbis noch mehr Geschmack aus der Brühe auf. Danach lässt er sich leicht wieder aufwärmen.

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Kürbis-Tipps für eine warme Auszeit

Was können Sie mit dem geschmorten Kürbis nun anfangen? Zusammen mit einer Schale Reis, Miso-Suppe, gedünstetem Fisch, Gomae-Spinat, weißem Tofu, eingelegtem Gemüse, gehacktem und geschmortem Rindfleisch, Natto und anderen kleinen Gerichten zählt Kabocha no nimono zu einer typischen japanischen Mahlzeit nach dem Ichiju-Sansai-Prinzip: Das bedeutet wörtlich „eine Suppe, drei Gerichte“. Tatsächlich sind mindestens sechs solcher Schälchen bei einem solchen Mahl vertreten.

Der geschmorte Kürbis eignet sich aber auch gut als Vorspeise für Sushi und Ramen oder als Snack bei einem Bier oder Sake. Mit etwas Ingwer garniert wird er erst recht pikant. Außerdem macht er sich besonders gut im Curry oder Ratatouille. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und starten Sie mit dem Hokkaido-Kürbis leicht und lecker in den Herbst!

 

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