Der Bonsai Baum hat in Japan eine lange Tradition. Woher die Kunst, echte Bäume zu Miniaturen zu ziehen, tatsächlich kommt, ist nicht ganz genau überliefert. Es wird vermutet, dass buddhistische Wandermönche den Bonsai nach Japan brachten. Hier wurde die Pflege und Erziehung der Pflanzen kultiviert und im Sinne des Zen weiter entwickelt. Ursprünglich waren Bonsais dem Adel vorbehalten. Heute darf jeder so einen hübschen kleinen Baum sein eigen nennen, wer sich die Mühe dafür macht oder eine fertig vorgezogene Pflanze kauft. Das Wort Bon Sai kommt übrigens aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie "Baum in einer Schale".

 

Entwicklung der japanischen Bonsai Kunst

Die japanische Geschichte um den Bonsai beginnt ungefähr im 11. Jahrhundert, als japanische Mönche auf ihren Wanderungen durch China die hübschen penjing Schalen entdeckten. In diesen "Landschaften in einer Schale" wurde nicht nur ein Baum gepflanzt, sondern ein ganzes Ensemble mit Bäumchen, Sträuchern, Wasser und Felsen gestaltet. In Japan wurde diese Kunst verfeinert und es kam nur noch ein einzelner Baum in die Schale. In der Edo-Zeit wurden möglichst naturnahe Bonsai aus heimischen Arten beliebter. So kamen Bonsai-Bäume wie der Ahorn und die Kiefer in Mode. Sie wurden teils jahrhundertelang gepflegt und von Generation zu Generation weitergegeben. In der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Meiji-Zeit öffnete sich Japan und die Bevölkerung begann, sich für Bonsai zu interessieren. Einen japanischen Bonsaigarten gibt es übrigens nicht nur in Japan zu bewundern. Wundervolle Anlagen mit zahlreichen Bonsai-Pflanzen befinden sich in Ferch am Schwielowsee.

 

Kleine Bonsai Bäumchen

 

Wie entsteht ein Bonsai?

Die japanische Kunst der Bonsai Zucht benötigt viele Jahre, bis ein Baum in der gewünschten Form und Größe herangezogen ist. Sie beginnt traditionell mit der Auswahl des Saatgutes, um das Bäumchen schon vom ersten Keimen an in die richtige Form zu bringen. Wer bald Ergebnisse wünscht, kann einen schnell wachsenden Baum verwenden. Dafür eignen sich zum Beispiel:

  • Chinesische Feige (Ficus microcarpa)
  • Chinesischer Ginseng (Ficus Ginseng)
  • Chinesische Ulme (Ulmus parvifolia)
  • Chinesischer Liguster (Ligustrum sinensis)
  • Banyanfeige (Ficus retusa)
  • Jadebaum (Portulacaria afra)

Weitere geeignete Pflanzen für die Miniatur-Bäume sind:

  • Japanischer Ahorn
  • Japanische Azalee
  • Ilex crenata
  • Olivenbaum
  • Kiefer
  • Ahorn
  • Wacholder

Jeder Baum wird von klein auf sorgfältig gepflegt und in Form gebracht. Dazu werden regelmäßig die Wurzeln, Äste und Knospen beschnitten, damit der Baum nicht in seiner normalen Größe, sondern als Miniaturausgabe wächst. Die Kunst bei der Pflege von Bonsai ist es, dabei eine möglichst natürliche Form zu erhalten. Jungpflanzen haben einen weichen Stamm, der sich anfangs noch gut biegen lässt. Sie wird mit Bindedraht, hölzernen Leisten und viel Geduld nach und nach zu einem echten Bonsai geformt. Das Blatt wird mit der Zeit kleiner, wenn der Baum weniger Nährstoffe erhält.

Die Erde für die Pflanze darf daher nicht zu nährstoffreich sein, damit sie nicht zu stark wächst und sich das Blatt proportional klein entwickelt. Trotzdem darf der Baum nicht verkümmern. Das erfordert eine Menge Fingerspitzengefühl, um genau die richtige Balance zu finden. Viele Bonsais überwintern im Kalthaus. Durch einen möglichst natürlichen Jahreswechsel gedeihen sie einfach besser. Wird ein Bonsai vergessen und nicht mehr gepflegt, wächst er nach einiger Zeit einfach ganz normal weiter und wird unter guten Bedingungen so groß wie seine Brüder im Wald.

 

Welche Werkzeuge werden zur Pflege benötigt?

Für die Pflege der kleinen Bäume werden hochwertige japanische Werkzeuge benötigt:

  • Bonsaischeren
  • Konkavzangen
  • Knospenzangen
  • Drahtzangen
  • Jinzangen
  • Spaltzangen
  • Wurzelzangen

Außerdem sind Hilfsmittel wie Bindedraht, Stützelemente, Mittel für den Verschluss der Schnitte, Bast und Polster nützlich. Es gibt spezielle Bonsaierde und Bonsaidünger zu kaufen, die optimal für die jeweilige Baumart angemischt sind. Die Werkzeuge sollten immer peinlich sauber gehalten und nicht für andere Zwecke verwendet werden. Direkt aus Japan kommen Spezialmischungen.

 

Wie sieht eine gute Bonsai Schale aus?

Eine original japanische Schale für einen Bonsai ist meist sehr schlicht und funktionell gestaltet. Sie bildet die perfekte Basis, um den Baum gut zur Geltung zu bringen. In Japan werden diese Schalen sogar speziell für einen bestimmten Bonsai-Baum angefertigt. Dabei wird seinen Wachstumsprozessen, der typischen Form und der Farbe von Rinde und Blättern Rechnung getragen. Die Töpfe sind am Boden mit Löchern versehen, damit überflüssiges Wasser ablaufen kann. Sie lassen sich gut im Garten aufstellen, sollten aber für den Winter ins Kalthaus übersiedeln, wenn sie nicht frostfest sind.

Eine typische Bonsaischale ist meist relativ flach mit einem schmalen Rand. Es gibt auch becherförmige Modelle, die sich für Pflanzen mit tiefen Wurzeln eignen. Sie weisen oft kleine Füße an der Unterseite auf, die etwas Abstand zum Boden halten und damit für eine gute Belüftung im Wurzelbereich sorgen. Besonders edel sehen handgemachte Bonsaischalen mit erdigen Glasuren aus. Allen ist der wundervoll dezente und natürliche Look der japanischen Kultur anzusehen. Diese schönen Pflanzgefäße eignen sich nicht nur für Bonsai, sondern können auch mit heimischen Pflanzen und Blumen bestückt werden oder als edle Dekoration dienen.

 

Worauf ist beim Kauf eines Bonsai Baumes zu achten?

Wer einen Bonsai kaufen möchte, sollte bei der Auswahl darauf achten, ob sich der Baum für den Innen- oder für den Außenbereich eignet. Auch im Außenbereich wird am Anfang ein Schutz für die Winterzeit benötigt, damit die zarten Triebe und Wurzeln nicht abfrieren. Wer einen pflegeleichten Minibaum besitzen möchte, kann sich eine langsam wachsende Sorte auswählen. Hier fallen die Arbeiten zur Pflege nicht so oft an wie bei tropischen Arten, die das ganze Jahr über ihre Vegetationszeit haben.

Seriöse Anbieter beschreiben die Baumart, ihre Ansprüche und die Besonderheiten genau. Sie teilen mit, wie alt der Baum bereits ist und stellen eine schöne Bonsaischale mit zur Verfügung. Für Outdoorbonsais kann es ungünstig sein, diese im Winter zu kaufen, wenn kein Blatt mehr an den Ästen hängt. Um einen authentischen Eindruck zu erhalten, kann in diesem Fall besser bis zur nächsten Vegetationsperiode gewartet werden. Andererseits lässt sich beim Kauf im Onlineshop ein Transport ohne Blätter einfacher durchführen.

 

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