Wer an Curry (Kare) denkt verbindet dies meist weniger mit Japan als mit der indischen Küche und dessen Geschichte um die berühmte Handelsroute von Indien nach Europa. Diese erschloss sich Ende des 15. bzw. Anfang des 16. Jahrhunderts und brachte die kostbaren Gewürze aus Fernost vor dem Hintergrund des Kolonialismus über den großen Teich zunächst nach England. Alternativ denken viele an die berühmten roten bzw. grünen Thai-Currys, welche sich durch mehr bzw. weniger Schärfe auszeichnen.

Rezept in diesem Blogbeitrag:

» Kare Raisu Rezept

Curry-Gewürzmischung made in India

Was das exotische Lieblingsgericht vieler Europäer ausmacht ist dessen Grundlage: die Curry-Gewürzmischung. Golden strahlt sie in unseren Gewürzregalen vor sich hin, in vielen verschiedenen Facetten. Bis zu 36 verschiedene Gewürze finden in dieser Wundertüte ihre Bestimmung und bilden ihr ganz eigenes Aroma. Dieses entspricht ihrem jeweiligen Verwendungszweck und kann, je nach Belieben, immer wieder neu entdeckt werden. Die Bestandteile der Gewürzmischung stammen aus Wurzeln, Hölzern, Blättern und Blüten. Aus Süd- bzw. Südostasien stammend kommt das Gewürz auch heute noch meist aus Indien, was seine fortwährende Verknüpfung mit dessen Kultur nahelegt. Auch deshalb, weil es dem dortigen Masala nachempfunden ist, der traditionellen Variante. Ursprünglich ebenso facettenreich, kann dieses sowohl pikanter als auch milder, fruchtiger oder gar süßer Natur sein. Das bekannteste unter ihnen ist wohl das Garam Masala, doch auch Tanduri und Chat Masala sind Kennern ein Begriff. Seiner Grundfarbe entsprechend, stellt vor allem Kurkuma die Hauptgrundlage dar.

International betrachtet variiert das Curry-Gericht hinsichtlich seiner Grundlagengewürze ebenso, wie an seinen Beilagen. Auch in der Art seiner Zubereitung – als Eintopf, Ragout, Chutney, überbacken oder klassisch angerichtet – variiert es und schmeichelt dem Gaumen immer wieder anders. Serviert mit Reis und Brot, z.B. Naan oder Puri, und teilweise garniert mit Zwiebeln und Ingwer, macht das Curry eine volle Mahlzeit aus.

 

Die japanische Art des Curry

Curry stellt hierzulande immer noch etwas Exotisches dar, das man selten selbst kocht, dafür aber umso häufiger im Restaurant genießt. In Japan gehört es zum regulären Alltag. Kare-Gerichte sind hier fester Bestandteil der kulinarischen Kultur. Laut Statistik essen die Japaner ganze 72,6-mal Curry im Jahr, also mindestens 1-mal pro Woche. Japanisches Curry besteht aus herzhafter Sauce mit viel buntem Allerlei (z.B., Zwiebeln, Spargel, roter Paprika, Möhren, Knoblauch, Kürbis oder Kartoffeln). Auch mit fruchtigen Komponenten, wie bspw. Apfel, schmeckt das fertige Gericht hervorragend. Serviert wird es üblicherweise zu Reis (Kare Raisu) bzw. alternativ als Curry-Reis oder zu Udon Nudeln (Kare Udon), Fisch oder Fleisch (z.B. japanischem Schnitzel/Tonkatsu bzw. hier: Kare Katsu). Auch in frittierten Brötchen (Kare Pan) findet man es als Snack für zwischendurch. In Japan ist Curry Hausmannskost, denn es ist nahrhaft und gleichzeitig abwechslungsreich.

Tonkatsu

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Japanische Gewürzmischung – was man wissen muss

Wer an dieser Stelle auf den Geschmack gekommen ist, der sollte einiges beachten, bevor er in der eigenen Küche richtig loslegt. Zunächst einmal unterscheidet man in der japanischen Küche zwischen Currypulver (Koreku), Curry-Würfeln oder auch fertigen Curry-Saucen. Aroma, Farbe und Schärfe sind hier jeweils von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich und sollten berücksichtigt werden. In der japanischen Kultur unterscheidet man hier: Mild, Medium, Hot und Extra Hot. Gelegentlich wird die Schärfe auch in Zahlen ausgedrückt. Als Anfänger sollte man hierbei keineswegs zu mutig sein. Wer sich für eine der oben genannten Varianten entscheidet, der findet eine sehr überschaubare Auswahl in regulären Supermärkten. Mehr bzw. andere Anbieter gibt es in Spezialitätengeschäften und Asia-Shops. Unter dem gängigen Instant-Curry finden sich Java, Torokeru, Vermont oder Golden Curry, wobei Letzteres das Original ist und für Vegetarier geeignet.

Wer sein Curry-Pulver selbst mischen, vielleicht sogar aus dem eigenen Garten ernten möchte, der sollte dem japanischen Vorbild folgen. So bilden Koriander (1/2 TL), Zimt (1/2 TL), Muskat (1/4 TL), Kardamom (1/3 TL), Nelken (1/4 TL) und Piment (1/4 TL) die Hauptbestandteile, während Sternanis, Dill, Bockshornklee, Kreuzkümmel, Oregano, Rosmarin, Salbei, Orangenschale, Fenchel, Thymian und Lorbeer abwechselnd und nach persönlichem Geschmack die Nuance verfeinern. Kurkuma, Paprika (je 1 EL) und Safran werden im Einzelnen beigegeben, um ein entsprechendes Farbergebnis zu erlangen. Für die Schärfe mengt man Pfeffer (1/2 TL), Ingwer (1/2 TL) oder Chili (1/4 TL) bei. Wichtig ist, dass alle Komponenten fein gemahlen und bei mittlerer Hitze ohne pflanzliches Öl geröstet werden. Auf Zucker kann aufgrund der fruchtig-süßlichen Facetten voll und ganz verzichtet werden.

 

Japanische Beilagen – wer die Wahl hat, hat die Qual

Wer japanisches Curry zubereiten möchte, begibt sich auf experimentelle Reise. Rezepte sollten nicht starr, sondern flexibel betrachtet werden. Wer sich online umschaut findet schnell heraus, dass im Social-Media-Orbit eine Curry-Variante die nächste jagt. Es gilt: alles kann, nichts muss.

Herausfordernd beim Gemüse sind die unterschiedlichen Garzeiten der verschiedenen Sorten. Diese können einerseits durch die Größe der Stücke ausgeglichen werden, andererseits durch vorheriges clustern von Sorten in festes sowie zartes Gemüse (Achtung: Pilze haben hier Alleinstellungsmerkmal!)

Beim Reis geht man mit Jasmin oder Basmati auf Nummer sicher. Die wohl bekanntesten Reisarten in der asiatischen Küche bestechen durch ihr persönliches Aroma, welches sich beim Kochen entfaltet. Beides sind Langkornreissorten, die als sehr nahrhaft gelten. Jasmin ist zudem sehr klebrig in seiner Konsistenz und kann daher vorzüglich mit Stäbchen gegessen werden. Auch japanischer Rundkornreis eignet sich diesbezüglich, wird jedoch aufgrund seines unterschiedlichen Geschmacks bzw. der sich beim Kochen entfaltenden Stärke, meist für ganz spezifische Gerichte verwendet, z.B. für Sushi oder Süßspeisen.

Richtig mit Stäbchen essen

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Nudeln sind hingegen simpel. Hier gibt es in Japan zwar einige, doch Ramen, Soba und Udon bilden die Top Drei. Für klassische japanische Currys verwendet man Udon. Diese Sorte ist aufgrund ihrer Grundlage aus Weizenmehl, Wasser und Salz einerseits kalorienarm, andererseits macht der Verzicht auf Ei sie auch für Vegetarier und Veganer interessant. Ihr selbst mildes Aroma ermöglicht zudem die Aufnahme zusätzlicher Geschmacksnuancen, was sie zu einem guten Träger macht. Schwierig ist hingegen oftmals ihre Beschaffung. Nicht alle Supermärkte führen Asia-Produkte, wenn doch ist ihr Preis meist übertrieben hoch. Preiswerter werden sie im Asia-Laden angeboten.

Udon Nudeln

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Eine weitere beliebte Beilage in der vegetarischen bzw. veganen Küche ist Tofu, den es ebenfalls in vielen verschiedenen Geschmacksnuancen gibt. Für alle Nicht-Vegetarier bietet sich ein bunter Strauß an Optionen, um den Teller mit leckeren Beilagen zu schmücken. Ob Schweine-, Hühner- oder Rindfleisch sowie Meeresfrüchte aller Art, die Bandbreite ist groß.

 

Japanisches Curry vegetarisch - Rezept

Curry-Rezepte gibt es wie Sand am Meer. Für alle, die es pur lieben: Vegetarisches japanisches Curry

Für 4 Portionen:

  • 1/2 Bund Brokkoli
  • 1 rote Paprika
  • 1 Tomate
  • 1 große Zwiebel
  • 1 kleine Aubergine
  • 2 Möhren
  • 2 große Kartoffeln
  • Austernpilze
  • Öl
  • Sojasauce
  • Butter (100 g)
  • Mehl (50 g)
  • 1 TL Curry-Mischung
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz
  • Pfeffer
  • 500 ml Brühe

 

(Achtung: Wähle die für dich beliebtesten Sorten. Achte bei deiner Wahl auf die Garzeiten bzw. berücksichtige diese während der Zubereitung.)

Schritt 1: Koche den Reis (alternativ Udon Nudeln) bissfest und stelle ihn nach abgießen des restlichen Kochwassers abgedeckt zur Seite. (Achtung: statt Wasser kannst du hier auch Kokosmilch nehmen, was dem Reis eine süßliche Note gibt.)

Schritt2: Für die Zubereitung der Curry-Paste beginne mit der Mehlschwitze. Nehme hierzu zunächst die Butter und erhitze diese auf mittlerer Stufe in einem kleinen Topf. Rühre dann nach und nach das Mehl unter (Achtung: Geduld beim zufügen des Mehls verhindert Klümpchenbildung.) Wenn die Mehlschwitze eine feine Konsistenz erreicht hat und leicht abgedunkelt ist, füge deine Curry-Gewürzmischung hinzu und vermenge beides gut. Anschließend stelle die Curry-Paste in einer separaten Schüssel zur Seite.

Schritt 3: Schneide deine Gemüseauswahl in mundgerechte Stücke und entferne ggf. die Enden oder den Strunk der verschiedenen Sorten.

Schritt 4: Nutze einen großen Topf, z.B. aus traditionellem Gusseisen, und erhitze 1 EL Öl auf mittlerer Stufe. Füge zunächst das feste Gemüse (hier: Kartoffeln und Zwiebeln) hinzu und vermenge es gut mit dem Öl. Gare es geschlossen für ca. 20 Minuten auf geringer Stufe. Gelegentliches umrühren bzw. schütteln des Topfes verhindert ein anbrennen. Füge anschließend die Brühe inkl. Lorbeerblatt hinzu. Lasse die Mischung für 3 Minuten kochen und stelle sie anschließend zur Seite.

Schritt 5: Erhitze eine Pfanne mit 1 EL Öl auf mittlerer Stufe. Brate die Aubergine, bis sie goldbraun ist. Stelle die fertigen Stücke separat und wiederhole den Vorgang mit dem restlichen Gemüse unter Zugabe eines guten Schusses Sojasauce (Achtung: Austernpilze aussparen!) Brate alles bissfest und würze am Schluss mit Pfeffer. Auf die letzten 3 Minuten kannst du die Austernpilze und ein kleines Stück Butter hinzufügen. Anschließend die Mischung zu den Auberginen geben.

Videoanleitung von OIGEN und ORYOKI

In dieser Videoanleitung zeigt ORYOKI wie man mit Gusseisenpfannen von OIGEN und von anderen Herstellern Gemüse schnell & einfach zubereitet.

 

Schritt 6: Bringe den Topf aus Schritt 3 erneut zum kochen und entferne anschließend das Lorbeerblatt. Füge dann die restlichen Gemüsesorten hinzu (Achtung: Hier kannst du dir einige farbenfrohe Happen zurücklegen, um sie zuletzt als Topping hinzuzufügen.)

Schritt 7: Füge die Curry-Paste nach und nach hinzu, so dass sie sich gut auflöst. Weiterhin können an dieser Stelle fruchtige Nuancen in Form von geriebenem Apfel, Birne o.Ä. beigemengt werden. Mit Salz und Pfeffer, ggf. Chili nachwürzen und nach ca. 5 Minuten Kochzeit gemeinsam mit Reis oder Udon Nudeln anrichten, mit bunten Happen garnieren und mit Freude servieren (Achtung: Die Beilage kann zuvor nach Belieben erneut kurz erhitzt werden.)

Du möchtest diesem Rezept gerne Fleisch bzw. Fisch hinzufügen? Dann brate das ein oder andere zuvor mit 1 EL Öl auf mittlerer Stufe für 5 Minuten beidseitig in einer Pfanne an, nehme es danach vom Herd und füge es anschließend bei Schritt 6 wieder dem Gericht hinzu. Wir wünschen Guten Appetit! (O shokuji o o tanoshimi kudasai)

 


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